FAQs – Häufig gestellte Fragen

Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten und häufigsten Fragen (FAQs), die uns erreichen.
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Warum ist eine Zungenreinigung überhaupt sinnvoll bzw. notwendig?

„Der Mund ist der Eingang aller Krankheiten und der Ausgang aller Leiden“ (Chinesisches Sprichwort)

Die Zungenstruktur ist vergleichbar mit einem hochflorigen Teppich. Die Bakterien siedeln sich vor allem in den Krypten (Vertiefungen) zwischen den Papillen an. Die Zunge bildet ein besonders komplexes Ökosystem. Durch ihre große Oberfläche und die besondere Papillenstruktur kann sie Speisereste zurückhalten und eine vielfältige Zungenflora beherbergen, den Zungenbelag. Dort werden organische Substanzen durch anaerobe gramnegative Bakterien zersetzt, so dass sich mehr als 60% aller Bakterien im Mundraum auf der Zunge bewegen.

Warum ist der TS1 Zungensauger für die Zungenreinigung besser geeignet als ein herkömmliches Bürstchen?

Bisher haben wir den Zungenbelag mithilfe von rotierenden Bürsten, Zungenbürsten und -schabern mechanisch entfernt. Chemische Zusätze konnten dann die Anzahl der gramnegativen Bakterien reduzieren. Beim Einsatz eines rotierenden Bürstchens das auf ein Winkelstück gesteckt wird, besteht ein sehr hohes Verletzungsrisiko der Papillen. Die Erreichbarkeit des hinteren Drittels der Zunge, wo sich der meiste Zungenbelag befindet, ist wegen der Höhe des Bürstchens deutlich eingeschränkt. Durch das anschließende Schaben des Zungenbelags von der Zunge wird der Belag lediglich oberhalb der Papillen entfernt. Eine neuartige Technologie ermöglicht die professionelle Zungenreinigung durch effektives und schonendes Absaugen des Zungenbelags.

Bei welchen Patienten kann ich den TS1 Zungensauger anwenden?

Der TS1 Zungensauger sollte grundsätzlich bei allen Patienten im Rahmen einer PZR bzw. eines individuellen Mundgesundheitscoachings (I-MC) angewendet werden. Mit entsprechenden Gelen ist zudem der Einsatz bei einer Full Mouth Desinfection sowie einer Halitosis-Behandlung zu empfehlen.

Kann ich den TS1 Zungensauger in der Praxis wiederverwenden?

Der TS1 Zungensauger ist ein Einmalprodukt und darf in der Praxis nicht wiederverwendet werden. Auch eine Sterilisation ist nicht möglich.

Darf ich den TS1 Zungensauger dem Patienten nach der Behandlung mit nach Hause geben? Worauf muss ich ihn hinweisen?

Seit Juni 2016 gibt es den TS1 Handgriff. Auf diesen kann der TS1 aufgesteckt und dem Patienten mit nach Hause gegeben werden Zuhause kann dieser den TS1 als Zungenschaber weiterverwenden und das Thema Zungenreinigung auch im Home Care Bereich aktiv weiterverfolgen.

Soll ich den TS1 Zungensauger mit oder ohne Gel verwenden?

Der TS1 Zungensauger kann mit und ohne Gel verwendet werden. Für die Anwendung im Rahmen einer Full Mouth Desinfection bzw. einer Halitosis-Behandlung stehen Gele unterschiedlicher Anbieter zur Verfügung. Seit Juni 2016 gibt es das TS1 Gel, welches sich für den generellen Einsatz bei der PZR ohne spzeziellen Behandlungsschwerpunkt eignet. Das TS1 Gel kann dem Patienten auch für den Einsatz zusammen mit dem TS1 am Stiel im Home Care Bereich mitgegeben werden.

Welche Gele darf ich verwenden?

Für die PZR und Halitosistherapie bietet sich ein Zungenreinigungsgel mit den Wirkstoffen, Zinklaktat, (GABA) Zinnfluorid, Zinkacetat (CB12) an.

Zinklaktat neutralisiert geruchsbildende Schwefelverbindungen (VSC), die durch den Abbau von Aminosäuren wie Cystein und Methionin entstehen. Zink-Ionen bilden unlösliche Sulfide, wodurch VSC effektiv neutralisiert werden. Aromabasierte Wirkstoffe zur Hemmung von Mundgeruch (OMC) hemmen die Enzyme der geruchsaktiven Bakterien. Aminosäuren (Methionin) können so weniger in VSC gespalten werden. Für die FMD Full Mouth Desinfection bietet sich ein antibakterieller Wirkstoff, wie CHX an.

Nach der Behandlung mit dem TS1 Zungensauger wirkt die Zunge bei manchen Patienten dennoch „belegt“. Woran liegt das?

Durch den Saugeffekt mit dem TS1 stellen sich die Papillen auf, wie bei einem hochflorigen Teppich. Das fühlt sich für den Patienten zunächst rau an.  Auf den Papillen, besonders im hinteren Bereich, bildet sich im Laufe der Zeit mehr Epithel auf der Zunge (Haarzunge). Das Epithel reduziert sich durch eine regelmäßige professionelle und häusliche Zungenreinigung und durch kauaktive Nahrung. Optisch erscheint die Zunge deshalb manchmal belegt. Das Helle auf der Zunge ist aber kein Zungenbelag, sondern Epithel.

Welche Erfolge kann ich mit dem TS1 Zungensauger bei Raucherbelägen verzeichnen?

Ähnlich wie bei der stark verhornten Zunge (Haarzunge) bildet sich besonders beim Rauchen vermehrt Schutzepithel. Die Verfärbungen durchs Rauchen setzen sich in das Epithel der Papillen. Durch regelmäßige professionelle und häusliche Zungenreinigung reduziert sich das Epithel und die Verfärbungen verschwinden.

Unterstützend können Präparate aus dem Wirkstoff der Myrrhe (Myrrhinil) gegeben werden.

Kann ich den Einsatz des TS1 Zungensaugers abrechnen?

Die Behandlung mit dem TS1 Zungensauger kann abgerechnet werden. Ein Abrechnungsbeispiel, erstellt in Kooperation mit der DAISY Akademie und Verlag GmbH können Sie hier direkt herunter laden (PDF-Datei, 176 KB).

Mein Patient scheut sich vor der Anwendung mit dem TS1. Mit welchen Argumenten kann ich den Patienten vom Einsatz des TS1 Zungensaugers überzeugen?

Viele Patienten kennen das Thema Zungenreinigung nicht bzw. haben schlechte Erfahrungen mit den bisherigen Zungenreinigungen durch Polierbürstchen etc. gemacht. Der Patient hat oft Angst vor dem Würgereiz, der durch die alte Methode verursacht wurde. Bisherige Probanden melden, dass der TS1 Zungensauger keinen Würgereiz verursacht. Dafür empfanden alle Teilnehmer ein überdurchschnittliches Frische- und Sauberkeitsgefühl nach der Zungenreinigung, welches oft den gesamten Tag anhielt. Sensibilisiert für das Thema Zungenreinigung, kann diese auch zuhause mit dem TS1 Stiel weiter durchgeführt werden und so das Gefühl der besonderen Sauberkeit täglich aufgefrischt werden.

Warum lohnt sich eine Zungenreinigung, wenn ich doch sofort nach der Behandlung wieder Beläge durch Speisen und Getränke verursachen?

Die Zunge ist für die Bakterien wie eine Vorratskammer. In den Krypthen können sich Anaerobier ansiedeln, deren Ausscheidungsprodukte pathogen wirken. Diese Anaerobier verursachen zwar auf der Zunge keine Parodontitis, erhöhen aber die Anzahl der pathogenen Keime, was dann wiederum das Risiko einer Reinfektion an der Gingiva und an den Zähnen erhöht. Außerdem bleiben Kohlenhydrate auf der Zunge, die für die Aerobier wie eine Vorratskammer sind. Ziel ist es, die unterschiedliche Population der Keime auf der Zunge und damit in der gesamten Mundhöhle zu verringern. Das erreichen wir, indem wir regelmäßig den Biofilm auf der Zunge entfernen.

Genau wie bei nach einer PZR die häusliche Zahnpflege wichtig ist, ist es natürlich auch bei der Zungenreinigung wichtig, zuhause die Zungenreinigung fortzusetzen, um dauerhaft das Risiko von Gingivitis/Parodontitis und Karies zu reduzieren.